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<title>Sextant</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Sextant</span></h1>
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<p>Ein <b>Sextant</b> (Spiegelsextant; von <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a></span> <span lang="la-Latn" style="font-style:italic">sextans</span> <span lang="de" style="font-style:normal;font-weight:normal">‚der sechste Teil‘</span>)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ist ein <a href="Nautik" title="Nautik">nautisches</a>, <a href="Optik" title="Optik">optisches</a> Messinstrument,<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> mit dem man den <a href="Winkel" title="Winkel">Winkel</a> zwischen den Blickrichtungen zu relativ weit entfernten Objekten bestimmen kann, insbesondere den Winkelabstand eines <a href="Gestirn" title="Gestirn">Gestirns</a> vom <a href="Horizont" title="Horizont">Horizont</a>. Er wird hauptsächlich zur <a href="H%C3%B6henwinkel" class="mw-redirect" title="Höhenwinkel">Höhenwinkel</a>-Messung von Sonne und Sternen für die <a href="Astronomische_Navigation" title="Astronomische Navigation">astronomische Navigation</a> auf See verwendet, seltener auch in der <a href="Luftfahrt" title="Luftfahrt">Luftfahrt</a>, früher auch bei <a href="Expedition" title="Expedition">Expeditionen</a>, sowie in der <a href="Astronomie" title="Astronomie">Astronomie</a> und der <a href="Landesvermessung" title="Landesvermessung">Landesvermessung</a>.
</p><p>Der Name <i>Sextant</i> kommt von dem Geräterahmen, der einen Kreissektor von etwa 60° (ein Sechstel eines Kreises) darstellt, womit infolge des <a href="Reflexion_(Physik)" title="Reflexion (Physik)">Spiegelgesetzes</a> Winkelmessungen in doppeltem Umfang, also bis 120° möglich sind. Der Sextant hat deshalb eine <a href="Skala_(Anzeige)" class="mw-redirect" title="Skala (Anzeige)">Skala</a> von mindestens 120°. Demgegenüber hatte sein Vorläufer, der <i><a href="Oktant" title="Oktant">Oktant</a></i>, eine Winkelskala von mindestens 90°. Sein Rahmen umfasste 45°, also ein Achtel eines Kreises. Hingegen ist der <i><a href="Quadrant_(Astronomie)" title="Quadrant (Astronomie)">Quadrant</a></i> ein <a href="Winkelmesser" title="Winkelmesser">Winkelmesser</a> bezüglich der <a href="Lotrichtung" title="Lotrichtung">Lotrichtung</a> und misst (ohne Spiegelung) Höhenwinkel bis 90°. Historische astronomische Winkelmesser ohne Spiegel aus der Zeit vor dem 18. Jahrhundert, die wegen ihrer Größe keinen Viertelkreis, sondern nur ein Sechstel (60°) oder ein Achtel (45°) eines Kreises umfassten, werden ebenfalls als Sextant oder Oktant bezeichnet.
</p><p>Vorläufer in der astronomischen Navigation war der <a href="Jakobsstab" title="Jakobsstab">Jakobsstab</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufbau_und_Funktionsweise">Aufbau und Funktionsweise</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufbau">Aufbau</h3></div>
<p>Grundlegende Komponenten des Sextanten sind der Zeigerarm <i>(<a href="Alhidade" title="Alhidade">Alhidade</a>)</i>, mit dem die Messung vorgenommen wird und dessen genaue Winkeleinstellung am <i>Gradbogen</i> abgelesen werden kann; ein <a href="Spiegel" title="Spiegel">Spiegel</a> <i>(Indexspiegel)</i>, der auf dem Drehpunkt der Alhidade senkrecht zur Instrumentenebene montiert ist und sich mit ihr dreht; und ein feststehender Spiegel <i>(Horizontspiegel)</i>, der bei Nullstellung der Alhidade parallel zum Indexspiegel steht. Er ist entweder <a href="Halbdurchl%C3%A4ssiger_Spiegel" class="mw-redirect" title="Halbdurchlässiger Spiegel">halbdurchlässig</a> <i>(Vollsichtspiegel)</i> oder er besitzt eine verspiegelte rechte Seite und eine nicht verspiegelte, lichtdurchlässige linke Seite <i>(Halbspiegel)</i>. Ein kleines auf den Horizontspiegel gerichtetes <i><a href="Fernrohr" title="Fernrohr">Fernrohr</a></i> oder auch nur ein einfaches Rohr ohne Linsen dient zum Anvisieren der Ziele.
</p><p>Die Alhidade wird durch eine an ihrem unteren Ende sitzende <i>Schraube</i> bewegt, die über ein <a href="Schneckengetriebe" title="Schneckengetriebe">Schneckengetriebe</a> in eine <i>Verzahnung</i> am unteren Rand des Gradbogens eingreift (der Gradbogen entspricht dem <a href="Teilkreis" title="Teilkreis">Teilkreis</a> beim Theodolit). Bei modernen Sextanten trägt die Schraube eine <i>Trommel</i> mit eingravierten Gradbruchteilen zur bequemeren Feinablesung (Trommelsextant). Für größere Bewegungen der Alhidade kann die Schnecke mittels einer <a href="Sperrklinke" title="Sperrklinke">Sperrklinke</a> aus der Verzahnung gehoben werden.
</p><p>Weitere Komponenten sind verschiedene <i>Filter</i> (Schattengläser), die in den Strahlengang geklappt werden können. Mit dem stärksten Filter kann die <a href="Sonne" title="Sonne">Sonne</a> anvisiert werden, mit dem mittleren der <a href="Mond" title="Mond">Mond</a>, ohne dass das Bild des Horizonts überstrahlt wird.
</p><p>Einige Modelle besitzen einen <i><a href="Horizont_(Bezug)" title="Horizont (Bezug)">künstlichen Horizont</a></i>, der nach dem Prinzip einer <a href="Wasserwaage" title="Wasserwaage">Wasserwaage</a> funktioniert. Diese Wasserwaage ist dann über zusätzliche Spiegel durch die Einblicköffnung zu sehen und dient als physikalische Richtungsreferenz für die Messung, wenn der Horizont als optische Referenz nicht zur Verfügung steht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Funktionsweise">Funktionsweise</h3></div>
<p>Schaut man durch die Einblicköffnung auf den Horizontspiegel, so sieht man einerseits durch diesen hindurch (wegen seiner Halbtransparenz oder wegen der unverspiegelten Hälfte) in direkter Sicht das eine der beiden Ziele. Der Horizontspiegel ist so geneigt, dass sich der Indexspiegel in ihm spiegelt und so auch das von diesem reflektierte Bild erkennbar ist. Der Beobachter sieht daher zwei überlagerte Bilder: das eine direkt, das andere nach zweifacher Reflexion. Auch bei einem Halbspiegel stehen die Bilder nicht strikt nebeneinander, sondern überlagern sich teilweise, weil die Grenze zwischen verspiegeltem und unverspiegeltem Teil von dem auf ‚unendlich‘ eingestellten Fernrohr sehr unscharf wiedergegeben wird.
</p><p>In der Nullstellung der Alhidade sind der Horizontspiegel und der Indexspiegel parallel und beide Bilder daher deckungsgleich. (Genaugenommen gilt dies nur bei unendlich großer Entfernung des betrachteten Zieles, denn es entsteht eine kleine <a href="Parallaxe" title="Parallaxe">Parallaxe</a> durch die Höhendifferenz zwischen Einblicköffnung und Indexspiegel, bei Gestirnen und entfernten Landmarken kann diese Parallaxe aber vernachlässigt werden.) Um den Winkel zwischen zwei Zielen zu messen, wird mit der Alhidade der Indexspiegel gegenüber dem Horizontspiegel so lange gedreht, bis die Bilder der beiden Ziele zusammenfallen. Wegen des Reflexionsgesetzes <i>Einfallswinkel = Ausfallswinkel</i> ist der gesamte Reflexionswinkel doppelt so groß wie der Schwenkwinkel der Alhidade. Die Skala ist deshalb mit dem jeweils doppelten Wert des Schwenkwinkels beschriftet. Aus diesem Grund genügt auch ein 60° großer Gradbogen für einen Messbereich von +100° bis −20°.
</p><p>Wird der Sextant während der Messung nicht völlig ruhig gehalten, so schwanken beide Bilder <i>gemeinsam</i> im Gesichtsfeld hin und her, sodass eine zweifelsfreie Überlagerung beider Ziele und damit eine korrekte Messung nach wie vor möglich, wenn auch etwas erschwert ist. Der Sextant kann daher freihändig und auch in schwankender Umgebung wie z. B. an Bord eines Schiffes verwendet werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Handhabung">Handhabung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Astronomische_Navigation">Astronomische Navigation</h3></div>
<p>Bei der Höhenmessung von Gestirnen für die <a href="Astronomische_Navigation" title="Astronomische Navigation">astronomische Navigation</a> wird mit dem Fernrohr durch den Horizontspiegel hindurch der Horizont angepeilt. Bei der Ausführung als Halbspiegel ist in der linken Hälfte des Blickfeldes der Horizont zu sehen, auf der rechten Seite der Horizontspiegel mit dem Bild des Indexspiegels. Moderne Sextanten mit Vollsichtspiegel ermöglichen es (unter Lichtverlust), den Horizont über die gesamte Breite des Blickfeldes zu sehen. Der Beobachter verstellt die Alhidade so lange, bis das gespiegelte Bild des Himmelskörpers im Horizontspiegel sichtbar ist und sich scheinbar auf Höhe des Horizonts befindet. Bei <a href="Navigationsstern" title="Navigationsstern">Navigationssternen</a> wird der Winkel zwischen Stern und Horizont gemessen, also Horizont und Stern im Spiegel zur Deckung gebracht. Im Fall des Mondes oder der Sonne wird hierfür die Ober- oder Unterkante herangezogen.
</p><p>Die Alhidade muss so eingestellt werden, dass das Objekt (im Beispiel der Sonnenunterrand) am untersten Punkt den Horizont berührt. Voraussetzung für eine korrekte Messung ist eine exakt lotrechte Haltung des Sextanten. Bei schräger Haltung würde nicht der Winkel zwischen dem Sonnenunterrand und dem senkrecht darunter gelegenen Punkt des Horizonts gemessen, sondern der größere Winkel zu einem anderen Punkt des Horizonts. Man schwenkt daher den Sextanten seitlich um die Fernrohrachse hin und her und justiert die Alhidade solange, bis der Sonnenunterrand an einem Punkt der Schwenkbewegung den Horizont gerade eben berührt.
</p><p>In dem Augenblick, in dem die Alhidade richtig eingestellt ist, bestimmt der Beobachter den Zeitpunkt der Beobachtung mit Hilfe einer genau gehenden Uhr (am bequemsten durch Zuruf an einen Assistenten). Der Beobachter kann auch das Bild des Gestirns lediglich in die Nähe des Horizonts bringen und warten, bis seine auf- oder absteigende Bewegung im Zuge der <a href="Scheinbar_(Astronomie)" title="Scheinbar (Astronomie)">scheinbaren</a> Himmelsdrehung es durch den Horizont trägt. Es ist dann nur noch nötig, den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses zu bestimmen.
</p><p>Die ganzzahligen Grade des eingestellten Winkels werden am Gradbogen abgelesen, die Gradbruchteile bei Trommelsextanten an der Unterteilung der Ablesetrommel. Bevor der gemessene Winkel zur Navigation verwendet werden kann, sind noch mehrere rechnerische Korrekturen erforderlich, u. a. für (vorher zu bestimmende) Gerätefehler (<a href="Indexfehler" title="Indexfehler">Indexfehler</a>), die Differenz zwischen Horizont und Waagerechte (so genannte <a href="Kimmtiefe" class="mw-redirect" title="Kimmtiefe">Kimmtiefe</a>, abhängig von der Beobachtungshöhe), die Verfälschung der Gestirnshöhe durch <a href="Astronomische_Refraktion" title="Astronomische Refraktion">atmosphärische Lichtbrechung</a> und gegebenenfalls die Distanz der Gestirnsober- oder -unterkante von der Mitte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Terrestrische_Navigation">Terrestrische Navigation</h3></div>
<p>Bei der Verwendung in <a href="Terrestrische_Navigation" title="Terrestrische Navigation">terrestrischer Navigation</a> oder für Vermessungsaufgaben wird der Sextant analog verwendet, dann jedoch manchmal auch waagerecht gehalten, wenn die <a href="Terrestrische_Navigation" title="Terrestrische Navigation">Horizontalwinkel</a> zwischen drei der Position nach bekannten Landmarken gemessen werden. Zur <a href="Terrestrische_Navigation" title="Terrestrische Navigation">Abstandsberechnung</a> durch Messung von Höhenwinkeln an bekannten Bauwerken, z. B. Leuchttürmen, deren genaue Höhe man einem Leuchtfeuerverzeichnis entnehmen kann, wird der Sextant senkrecht gehalten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Animierte_Darstellung">Animierte Darstellung</h3></div>
<ol><li>Sextanten auf den Horizont unterhalb der Sonne richten</li>
<li>Sperrklinke drücken, um Alhidade zu lösen</li>
<li>Sonne auf den Horizont herunterholen</li>
<li>Sperrklinke loslassen und Position der Sonne an Trommel fein einstellen</li>
<li>Dabei Sextanten zur Prüfung der Vertikalität um die Teleskopachse schwenken</li>
<li>Winkel ablesen</li></ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Genauigkeit">Genauigkeit</h2></div>
<p>Schon zu Zeiten der Segelschifffahrt hatten Sextanten eine Messgenauigkeit von etwa einer <a href="Bogenminute" class="mw-redirect" title="Bogenminute">Bogenminute</a> (1/60 Grad), was einer Positionsgenauigkeit von einer <a href="Seemeile" title="Seemeile">Seemeile</a> entspricht. Moderne Sextanten können eine mechanische Genauigkeit von 10–20 Bogensekunden erreichen.
</p><p>In der nautischen Praxis ist die Handhabung des Sextanten v. a. durch Wellengang erschwert, sodass die tatsächliche Mess<a href="Genauigkeit" title="Genauigkeit">genauigkeit</a> selten besser als eine Bogenminute ist; unter schwierigen Bedingungen kann eine Messung mit einem Fehler von fünf Bogenminuten noch als gut gelten.
In der Luftfahrt führt die hohe Geschwindigkeit des Flugzeugs zu Ungenauigkeiten, da sich das Flugzeug bereits während des Messvorgangs um einen Betrag bewegt, der weit über der Genauigkeit des Instruments liegt. Durch „<a href="Bracketing_(Nautik)" title="Bracketing (Nautik)">Bracketing</a>“ lässt sich dieser Fehler weitgehend eliminieren. Hier wird derselbe Stern am Anfang und Ende der Beobachtungsreihe gemessen, um so einen Mittelwert zu gewinnen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entwicklung">Entwicklung</h2></div>
<p>Das erste Konzept eines Winkelmessinstrumentes mit Hilfe von Spiegeln stammt von <a href="Isaac_Newton" title="Isaac Newton">Isaac Newton</a>, der seinen Entwurf 1700 an die <a href="Royal_Society" title="Royal Society">Royal Society</a> einreichte. Seine Skizzen blieben jedoch unbeachtet und wurden erst 1742, nach seinem Tod, veröffentlicht.
</p><p>Um 1730 entwickelten unabhängig voneinander <a href="John_Hadley" title="John Hadley">John Hadley</a> (1682–1744), englischer <a href="Astronom" title="Astronom">Astronom</a> und <a href="Mathematiker" title="Mathematiker">Mathematiker</a>, und Thomas Godfrey (1704–1749), <a href="Optik" title="Optik">Optiker</a> und Erfinder in den britischen Kolonien in Amerika, ein Spiegelinstrument, das einen Achtelkreis umfasste, also Winkel bis 90 Grad messen konnte und deshalb als Oktant bezeichnet wurde. Hadley reichte der Royal Society seinen Entwurf im Mai 1731 ein; im August 1732 wurde Hadleys Quadrant – wie das Instrument später zumeist genannt wurde – an Bord der 'Chatham' in Gegenwart des Königlichen Astronomen Bradley getestet und für gut befunden. Im November dieses Jahres machte allerdings Godfrey geltend, dass er bereits im Jahr 1730 ein gleiches Spiegelinstrument erfunden habe. Über diese Priorität und den wechselseitigen Vorwurf des Plagiats wurde längere Zeit gestritten, praktisch setzte sich jedoch Hadleys Quadrant durch, zumal dieser alsbald ein Patent auf seine Erfindung erhielt.
</p><p>Die ersten Sextanten waren noch aus Holz gebaut. Auf See verzog sich das Holz durch die Luftfeuchtigkeit, sodass die Instrumente bald aus Metall gefertigt wurden. Der Sextant ist ein recht empfindliches Instrument.
Eine kleine Verformung der Alhidade (des beweglichen Teils, der den Spiegel trägt) oder eine kleine Verstellung des Spiegels durch ein Fallenlassen kann zu einem falschen Messergebnis führen, das wiederum zu einer Positionsabweichung von vielen Meilen führt. Um sicher sein zu können, dass das Instrument nicht beschädigt ist, wurde ein Sextant in der Regel neu gekauft und nur selten aus der Hand gegeben. Bei neueren Instrumenten lassen sich die Spiegel an den Halterungen <a href="Justieren" class="mw-redirect" title="Justieren">justieren</a>. Wichtig ist hier die exakte Parallelstellung der Spiegel zueinander, die rechtwinklige Anordnung der Spiegel zur Geräteebene sowie die Nullstellung der Alhidade.
</p><p>Der Oktant ersetzte schnell den <a href="Jakobsstab" title="Jakobsstab">Jakobsstab</a> und den Davisquadranten. Im Bereich der Landvermessung wurde er später vom <a href="Theodolit" title="Theodolit">Theodolit</a> abgelöst. Bei der Navigation auf See verlor der Sextant erst mit der Satellitennavigation nach dem <a href="UTM-Referenzsystem" title="UTM-Referenzsystem">UTM-Referenzsystem</a> mit dem <a href="Global_Positioning_System" title="Global Positioning System">GPS</a> an Bedeutung. In der Luftfahrt war der Sextant nur kurze Zeit in Gebrauch und wurde bald durch <a href="Funknavigation" title="Funknavigation">Funknavigation</a> <a href="LORAN" title="LORAN">LORAN</a> und <a href="Tr%C3%A4gheitsnavigation" class="mw-redirect" title="Trägheitsnavigation">Trägheitsnavigation</a> ersetzt, die heute durch die <a href="Satellitennavigation" class="mw-redirect" title="Satellitennavigation">Satellitennavigation</a> ersetzt und ergänzt werden.
</p><p>Der auf der 10-DM-Banknote abgebildete Sextant – auf Basis eines Quintanten (144° Messbereich) der englischen Firma Troughton – ist von <a href="Carl_Friedrich_Gau%C3%9F" title="Carl Friedrich Gauß">Carl Friedrich Gauß</a> 1821 mit einem dritten Spiegel versehen worden, um ihn in der <a href="Landesvermessung" title="Landesvermessung">Landesvermessung</a> als Sonnenspiegel (Licht-Scheinwerfer = Vize-<a href="Heliotrop_(Messger%C3%A4t)" title="Heliotrop (Messgerät)">Heliotrop</a>) zur Sichtbarmachung von Vermessungspunkten zu verwenden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Charles H. Cotter: <i>A History of the Navigator's Sextant.</i> Brown, Son & Ferguson, Glasgow 1983, ISBN 0-85174-427-3.</li>
<li>Franz Adrian Dreier: <i>Winkelmessinstrumente. Vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert.</i> Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1979.</li>
<li>Antonio Estácio dos Reis: <i>Medir estrelas. Measuring Stars.</i> CTT Correios, Lisboa 1997, ISBN 972-9127-40-9.</li>
<li>Peter Ifland: <i>Taking the Stars. Celestial Navigation from Argonauts to Astronauts.</i> Mariner’s Museum, Newport News VA 1998, ISBN 1-57524-095-5.</li>
<li>Dag Pike: <i>Der Sextant – Technik und Handhabung.</i> Delius Klasing, Bielefeld 2004, ISBN 3-7688-1559-5.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Sextant?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Sextant</a></span></b> – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.rznav.at/">Private Sammlung von Seefahrt- und Luftfahrt-Sextanten aus verschiedenen Epochen und Ländern</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.kowoma.de/gps/astronav/sextant.htm">Aufbau des Sextanten</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Karl_Ernst_Georges" title="Karl Ernst Georges">Karl Ernst Georges</a>: <cite style="font-style:italic"><span lang="la">sextans</span></cite>. In: <cite style="font-style:italic">Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch</cite>. 8., verbesserte und vermehrte Auflage. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>2</span>: <i>I–Z</i>. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1918, <span style="white-space:nowrap">Sp.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>2644</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeno.org/nid/20002648377">Digitalisat.</a> <a href="Zeno.org" title="Zeno.org">zeno.org</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Sextant&rft.atitle=sextans&rft.au=Karl+Ernst+Georges&rft.btitle=Ausf%C3%BChrliches+lateinisch-deutsches+Handw%C3%B6rterbuch&rft.date=1918&rft.edition=8.%2C+verbesserte+und+vermehrte&rft.genre=book&rft.place=Hannover&rft.pub=Hahnsche+Buchhandlung&rft.volume=Band+2%3A+I-Z" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><cite style="font-style:italic">Sextant</cite>. In: <a href="Heinrich_August_Pierer" title="Heinrich August Pierer">Heinrich August Pierer</a>, <a href="Julius_L%C3%B6be" title="Julius Löbe">Julius Löbe</a> (Hrsg.): <cite style="font-style:italic"><a href="Universal-Lexikon_der_Gegenwart_und_Vergangenheit" title="Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit">Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit</a></cite>. 4. Auflage. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>15</span>: <i>Säugethiere–Sicilicus</i>. Altenburg 1862, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>923</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeno.org/nid/20010920595">Digitalisat.</a> <a href="Zeno.org" title="Zeno.org">zeno.org</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Sextant&rft.atitle=Sextant&rft.btitle=Universal-Lexikon+der+Gegenwart+und+Vergangenheit&rft.date=1862&rft.edition=4.&rft.genre=book&rft.pages=923&rft.place=Altenburg&rft.volume=Band+15%3A+S%C3%A4ugethiere-Sicilicus" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><cite style="font-style:italic">Sextant</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Meyers_Konversations-Lexikon" title="Meyers Konversations-Lexikon">Meyers Großes Konversations-Lexikon</a></cite>. 6. Auflage. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>18</span>: <i>Schöneberg–Sternbedeckung</i>. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>389–390</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeno.org/nid/20007469896">Digitalisat.</a> <a href="Zeno.org" title="Zeno.org">zeno.org</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Sextant&rft.atitle=Sextant&rft.btitle=Meyers+Gro%C3%9Fes+Konversations-Lexikon&rft.date=1909&rft.edition=6.&rft.genre=book&rft.pages=389-390&rft.place=Leipzig+%2F+Wien&rft.pub=Bibliographisches+Institut&rft.volume=Band+18%3A+Sch%C3%B6neberg-Sternbedeckung" style="display:none"> </span></span>
</li>
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